Folgeprämienverzug


Folgeprämienverzug

Folgeprämienverzug

Im Versicherungsrecht kennt man den Begriff Folgeprämienverzug. Eine Folgeprämie bezeichnet, ganz gleich in welcher Versicherung, den oder die Beiträge, die auf den ersten Beitrag folgen. Der Verzug ist auch einfach erklärt, denn es bedeutet nichts anderes als eine Verspätung. Damit ist ein Folgeprämienverzug ein zu spätes Bezahlen des Versicherungsbeitrages. Dies kann schwer wiegende finanzielle und/oder rechtliche Folgen nach sich ziehen, die sogar zum völligen finanziellen Ruin oder zu Haftstrafen führen können. Daher sollten Sie grundsätzlich immer darauf achten, dass Ihre Versicherungsbeiträge pünktlich gezahlt werden. Gerade im KFZ Versicherungsbereich ist es notwendig, einen Folgeprämienverzug zu verhindern, vor allem auch, weil der Gesetzgeber eine Haftpflichtversicherung für alle KFZ vorschreibt.

Natürlich gibt es aber auch immer wieder Umstände, die verhindern, dass die Prämien pünktlich an den Versicherer gezahlt wurden. Bei einem Folgeprämienverzug kann und darf der Versicherer dem Versicherungsnehmer, also Ihnen als Kunde, eine kostenpflichtige Mahnung zuschicken. In dieser Mahnung muss eine Rechtsbelehrung über die Folgen bei einem weiterhin bestehenden Folgeprämienverzug enthalten sowie die fehlende Prämie, die Zinsen und weitere Kosten ausgewiesen sein. Des Weiteren muss die Mahnung eine Zahlungsfrist von zwei Wochen einräumen. Wird nach diesen zwei Wochen der Folgeprämienverzug nicht behoben, und es entsteht ein Schaden an Ihrem oder durch Ihr KFZ, ganz gleich welcher Art, so braucht der Versicherer nicht mehr einspringen, denn er ist leistungsfrei. Oftmals erfolgt nach einem Folgeprämienverzug, der auch nach einer Mahnung nicht behoben wurde, die Kündigung der KFZ-Versicherung, mit Mitteilung an die Zulassungsbehörden.

Sollte allerdings der Folgeprämienverzug innerhalb von vier Wochen nach einer Versicherungskündigung behoben werden, und es ist in dieser Zeit kein Schaden entstanden, dann ist die Kündigung hinfällig. Dies ist die so genannte Reaktivierungsfrist, die gesetzlich geregelt wurde. Übrigens muss der Versicherer bei einem Folgeprämienverzug nachweisen, dass Sie, als der Versicherte, die Mahnung betreffs des Folgeprämienverzugs inklusive einer gültigen Rechtsbelehrung nach § 39 Abs. 2 sowie § 3 VVG überhaupt innerhalb der Frist erhalten haben. In dieser Rechtsbelehrung müssen sowohl die Folgen einer Kündigung, als auch die offenstehenden Möglichkeiten aufgezeigt werden. Geschieht dies nicht, ist weder der Nachweis des Erhalts zum Beispiel durch ein Einschreiben gegeben, oder ist die Rechtsbelehrung fehlerhaft, ist die Leistungsfreiheit auf Grund von einem angemahnten Folgeprämienverzug nicht gegeben.