abweichende Halterschaft


abweichende Halterschaft

Die abweichende Halterschaft ist ein Begriff aus der Automobilversicherung und betrifft sowohl die Haftpflichtversicherung als auch die Teil- und Vollkaskoangebote.

Jedes Fahrzeug muss in Deutschland von einer Zulassungsstelle erfasst werden. Hierzu ist es notwendig, dass man nachweisen kann, das Fahrzeug rechtmäßig erworben zu haben, dass man einen gültigen TÜV mit Abgasbescheinigung vorlegen kann und eine Haftpflichtversicherung besitzt.

Bei der Zulassung eines Fahrzeugs wird ein Fahrzeughalter in die Papiere eingetragen. In der Regel ist es die Person, welche das Fahrzeug erworben hat und deren Papiere zur Zulassung der Zulassungsstelle vorlegt. Es gibt jedoch auch professionielle Zulassungsdienste, welche derartige Aufgaben übernehmen, oder man kann das Auto nicht auf sich selbst, sondern auf den Ehepartner oder Lebensgefährten zulassen. Es gibt keine Verpflichtung, dass sich der zukünftige Halter selbst bei der Zulassungsstelle vorstellen muss, er kann auch eine andere Person damit beauftragen, benötigt in diesem Fall jedoch eine Vollmacht.

Ähnlich ist die Regelung auch bei der Autoversicherung. Es ist nicht zwingend erforderlich, dass der Fahrzeughalter die gleiche Person wie der Versicherungsnehmer ist. Wenn man Fahrzeughalter ist, kann auch eine andere Person die für die Zulassung notwendige Haftpflichtversicherung abschließen. Diese Situation bezeichnen die Versicherer als so genannte abweichende Halterschaft.

Die abweichende Halterschaft bedeutet nichts anderes, als dass der Fahrzeughalter und der Versicherungsnehmer nicht ein und dieselbe Person sind. Sie müssen auch nicht miteinander verwandt sein, auch nicht verheiratet, es ist durchaus möglich, dass eine Person die Versicherung für eine andere Person abschließt, mit der sie rein rechtlich nichts zu tun hat. Grund dafür sind in der Regel günstige Schadenfreiheitsklassen. Gerade Fahranfänger, welche Prämien von bis zu zweihundertfünfzig Prozent bezahlen müssten, profitieren von Eltern, Großeltern oder anderen Personen, welche bereits eine günstige Schadenfreiheitsklasse erworben haben und das Fahrzeug des jungen Menschen in dieser versichern. Es ist zudem auch möglich, die Schadenfreiheitsklasse nach einer gewissen Zeit zu übertragen. Hierfür gelten verschiedene Voraussetzungen, unter anderem die, dass der jenige, welcher die günstige Schadenfreiheitsklasse übernehmen möchte, über ausreichend Fahrpraxis zur Übernahme verfügt. Es geht nicht, dass ein Fahranfänger die günstigen 40% seines Großvaters übernimmt, welcher nicht mehr Auto fahren möchte. Hier müsste der Großvater Versicherungsnehmer sein: dies wäre ein oft praktiziertes Beispiel für eine abweichende Halterschaft.